Konzept Waldspielgruppe chliinä Fuchs, Lungern
1 Einleitung
Spielen ist lernen. Spielend den Wald kennenlernen. ENTDECKEN unter freiem Himmel.
Natur und Wald ERFAHREN. Spielend ERLEBEN. Das ist die Waldspielgruppe chliinä Fuchs
in Lungern.
Das vorliegende Konzept gibt Auskunft über die pädagogischen Grundsätze, Ziele und
Vorgehensweisen, an denen sich die Angebote für Vorschulkinder der Gemeinde Lungern
orientiert. Frühe Förderung und die Qualität früher Bildungsangebote stehen nachweislich in
Zusammenhang mit dem späteren Schulerfolg und unterstützen den Ablösungsprozess beim
Start in die Volksschule. Deshalb legen wir Wert darauf, dass die Angebote für die Kinder
von 3- 5 Jahren vielseitig bleiben. Die Gruppe wird aus mindestens 6 und maximal 8 Kindern
bestehen.
2 Pädagogische Grundsätze
Ein positiver, ressourcenorientierter, nicht wertender Umgang mit den Kindern steht im
Vordergrund. Die Spielgruppe ist ein Platz des Lernens. Lernen bedeutet im
Spielgruppenalter spielen. Gezielte Unterstützung, Kreativität, Förderung und Verlässlichkeit
sind die Leitlinien des pädagogischen Handelns. Im Mittelpunkt der Arbeit in der Spielgruppe
steht das Kind. Die wichtigste Aufgabe als Spielgruppenleiter/in ist es, für die Kinder in der
Spielgruppe eine Atmosphäre der Anregung, der Geborgenheit und des Wohlbefindens zu
schaffen. Nur so erhalten die Kinder die nötige Sicherheit, sich offen mit dem Erlebten, dem
Lernen und Handeln sowie den sozialen Anforderungen auseinanderzusetzen. In der frühen
Kindheit legt das Kind das Fundament für seine gesunde Entwicklung. Durch die
pädagogischen Aktivitäten sollen die Entwicklung des Kindes, seine Neugierde, sein
Interesse, seine Lern- und Spielfähigkeit sowie sein Selbstvertrauen bestärkt werden. Die
Spielgruppenleiter/in hat eine offene und neutrale Grundhaltung, sie pflegt einen
wertschätzenden Umgang mit den Kindern und deren Bezugspersonen. Ziel ist es das
pädagogische Handeln so zu gestalten, dass die Kinder:
-ihre Identität finden
-ihre Selbstsicherheit erlangen
-ihre Selbstständigkeit entwickeln
- Autonomie und Vertrauen in ihre Fähigkeiten erhalten
- sozial und intellektuell gefördert werden
-Unterstützung und Anregung in der Entwicklung ihrer sprachlichen und motorischen
Fähigkeiten erhalten
-Freude am Lernen erfahren
-die Fähigkeit entwickeln, ihre Gedanken und Meinungen auszudrücken und die Möglichkeit
haben, ihre eigene Situation zu beeinflussen (Selbstwirksamkeit)
Alle Spielgruppenleiter/innen sind sich ihrer Verantwortung als Begleitpersonen in diesem
wichtigen Lebensabschnitt bewusst und gehen auf die geistig-seelischen und körperlichen
Bedürfnisse des einzelnen Kindes ein.
2.1 Spielen als Grundlage für das Lernen
Ein Kind lernt handelnd, beobachtend und im Austausch mit den anderen Kindern. Es
erweitert dabei seine emotionalen, sozialen, motorischen und kognitiven Kompetenzen sowie
seine Ausdrucksfähigkeit. Diese Lernform heisst Spielen, denn im Spiel werden alle
Kompetenzen gebraucht. Spielen und Lernen sind nicht zu unterscheiden, das eine
geschieht im anderen. Spielen, bewegen und sprechen sind die Mittel der Kinder, sich aktiv
im Leben zurechtzufinden. Kinder haben ein grosses Bedürfnis zu spielen und dabei Spass
zu haben. Spielen, singen, tanzen, hüpfen - nach eigenen Vorstellungen für sich oder in der
selbst gewählten Untergruppe. All das soll Platz haben. Das Spiel der Kinder soll möglichst
wenig unterbrochen werden. Die Spielgruppenleiterinnen kennen die besonderen Formen
der Spielbegleitung und Spielentwicklung. Die Kinder können über Bastel-, Spiel- und
Werkmaterialien so weit wie möglich selbstständig verfügen. Sie lernen aus eigenem Antrieb,
aus Freude und Interesse, sie gestalten Rollenspiele, basteln und bauen. Wenn nötig
ermuntert die Spielgruppenleiterin die Kinder zu manuellen Tätigkeiten und Bewegungen. Im
Vordergrund stehen nicht das Endprodukt, sondern das Kennenlernen der Materialien und
die Freude am kreativen Prozess.
2.2 Sozialverhalten
Kinder brauchen für ihre Entwicklung andere Kinder. Das Kind entfaltet sich in der Spannung
zwischen Individualität und Gruppe. Die Gruppe gibt dem Kind die Möglichkeit sich zugehörig
zu fühlen, seine sozialen Kompetenzen zu erweitern, Verantwortung zu übernehmen. Durch
den Austausch mit anderen Kindern erwerben Kinder ein vielfältiges Bild von sich und der
Welt. In Gruppen von ca. 6 Kindern kann es sich in verschiedenen Rollen üben und das
eigene Wirken in der Gruppe erleben. Die Spielgruppe bietet dem Kind die Möglichkeit,
Beziehungen einzugehen, welche Bestand haben und Sicherheit gewähren. Die Kinder
bekommen die Gelegenheit, in der Gruppe Freundschaften einzugehen und wichtige soziale
Grunderfahrungen zu machen. Individualität und soziales Verhalten in der Gruppe werden
gleichermassen gefördert. Die Spielgruppenleiter/in nehmen dank ihrer aufmerksamen
Beobachtung und Präsenz die Bedürfnisse der Kinder nach Einzelkontakt, körperlicher
Pflege oder nach ihrer Zuwendung wahr. Sie sind fähig, die emotionale und kognitive
Befindlichkeit sowohl des einzelnen Kindes als auch der Kindergruppe als Ganzes zu
berücksichtigen. Auseinandersetzungen gehören ebenso zum Kinderalltag und zum
Gruppenprozess wie Freude, Trauer und andere Gefühle. In schwierigen Situationen, bei
Konflikten werden die Kinder wenn nötig, bei der Suche nach einer Lösung unterstützt.
Das Zusammentreffen von Kindern mit unterschiedlichen Bedürfnissen, Fähigkeiten,
Sprachen und Verhalten wird als Chance wahrgenommen.
2.3 Zusammenarbeit mit Eltern
Eltern, Kinder und Spielgruppenleiterinnen sind Partner im Alltag. Eltern und
Spielgruppenleiterinnen haben das gemeinsame Ziel, die Entwicklung des Kindes zu
unterstützen. Die Partnerschaften gründen auf gegenseitiger Anerkennung und Achtung. Die
Eltern sind die primär verantwortlichen Bezugspersonen für das Kind. Die Spielgruppe
übernimmt eine partielle, beschränkte Verantwortung für die Kinder während der
Spielgruppenzeit. Eltern und Spielgruppenleiterinnen kennen die Kinder aus dem täglichen
Kontakt und setzen sich gemeinsam für deren Wohl ein. Der Einbezug und die
Zusammenarbeit mit den Eltern ist deshalb ein zentraler Bestandteil der Spielgruppenarbeit.
Diese Zusammenarbeit wird durch eine offene, dialogorientierte Grundhaltung geprägt.
Elterngespräche sind immer möglich und können jederzeit vereinbart werden.
2.4 Ablösung
Bei der Ablösung spielt Vertrauen zu den Spielgruppenleiter/innen eine grosse Rolle.
Vertrauen Sie den Spielgruppenleiter/innen, dass sie das Beste für ihr Kind tun. Vertrauen
Sie auch ihrem Kind, dass es diese Situation gut meistern wird. Die Kinder haben Zeit sich
an die Ablösung zu gewöhnen und dürfen es in der Spielgruppe lernen. Sie müssen es noch
nicht können. Die einen sind schneller, die anderen brauchen etwas mehr Zeit.
2.5 Umgebungsgestaltung
Räume und Umgebungen, in denen sich die Kinder aufhalten, sind Lebensräume, die ihr
soziales Verhalten und ihre Entwicklung wesentlich beeinflussen. Die enge Beziehung
zwischen Mensch und vertrauter Umgebung ist besonders wichtig für die frühe Kindheit. Den
Kindern stehen geeignete Spiel- und Wirkungskreise zur Verfügung, die sie mit allen Sinnen
entdecken können. Dieses vorliegende Konzept beinhaltet den Wald als Wirkungskreis für
alle Beteiligten.
2.6 Freispiel
Das Freispiel ist im Spielgruppenalter die wichtigste Spielform, denn die Kinder beschäftigen
sich in diesem Spiel mit dem, was sie interessiert. Genau in diesem Interesse liegt das
grösste Entwicklungspotenzial:
-sprachlicher Ausdruck
-kognitives Denken
-selbständiges Lernen
-Spannung und Entspannung
-Ausdruck von Gefühlen
-soziales Verhalten
-differenziertes Körpergefühl
-Schöpferisches Denken
-Rollenspiele
- Kreativität
3. Wirkungskreis
Die Erhaltung des Waldspielgruppenplatzes liegt uns am Herzen. Die konventionelle
Waldspielgruppe an sich ist für uns eher schwierig umsetzbar. Die Kinder sind Klein und der
Wirkungskreis Wald kann am Anfang überfordernd wirken. Darum denken wir etwas weiter
und möchten den Kindern folgendes zur Verfügung stellen:
-Matschküche
-verschiedene Bereiche für Kreativität
-Bücher
-Holzspielsachen wie Kühe, Autos, Seilbahn
- Schaufeln, Kessel, Rechen
-Platz für Ruhe
All diese Angebote, gekoppelt mit dem Wirkungskreis Wald, ergeben ein wunderbares
Ganzes.